Während sich das Gehirn im Großen aus vier Bereichen zusammensetzt, besteht es auf kleinster Ebene aus Milliarden von Nervenzellen, den Neuronen. Diese kann man sich wie ein riesiges Netz vorstellen, in dem Informationen verarbeitet und weitergeleitet werden. Damit das klappt, müssen all diese Zellen eng miteinander verbunden sein.
Bei Demenz gehen nach und nach Verbindungen zwischen diesen Nervenzellen verloren – und irgendwann auch die Zellen selbst. Dadurch können Informationen nicht mehr richtig gespeichert oder abgerufen werden.
Dinge, die vorher ganz selbstverständlich waren – wie der Weg nach Hause, ein Gespräch oder ein Geburtstagsgruß – werden dann plötzlich schwer oder sogar unmöglich.

Was passiert im Kopf?
Du willst es noch genauer wissen?
Kein Problem! Da es verschiedene Formen von Demenz gibt, schauen wir hier auf die häufigste Form: die Alzheimer-Demenz.
Bei der Alzheimer-Demenz werden vor allem Nervenzellen im Schläfen- und Scheitellappen beschädigt. Diese Abschnitte sind für Gedächtnis, Sprache und Orientierungsfähigkeit wichtig. In manchen Fällen werden auch Nervenzellen im Bereich des Stirn- oder Hinterhauptlappens beschädigt. Dann treten Symptome wie Sprachstörungen oder Schwierigkeiten beim Verarbeiten optischer Sinneseindrücke auf.
Heute gehen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen davon aus, dass es zwei Gründe für Demenz gibt. Um diese zu verstehen, müssen wir uns das Gehirn genauer anschauen. Und zwar ganz im Detail. Auf kleinster Ebene besteht es aus Nervenzellen. Damit der Mensch Dinge wahrnehmen, machen und denken kann, müssen die Nervenzellen miteinander kommunizieren.
Wenn ein Mensch Demenz hat, dann werden entweder die Nervenzellen selbst geschädigt oder aber ihre Kommunikation wird gestört. Beide Prozesse werden je durch einen bestimmten Stoff im Gehirn ausgelöst. Der Grund für den Schaden an den Nervenzellen ist ein Stoff, der Tau-Protein heißt. Der Stoff, der die Kommunikation zwischen den Nervenzellen stört, heißt Amyloid-beta Protein.
Jetzt denkt man erstmal: Amy-Was und Tau-Wer? Hier bekommst du die Antwort auf beides!
Amyloid-beta Protein ist ein Stoff, der in jedem Gehirn vorkommt. Bei einem Menschen mit Demenz lagert er sich jedoch zwischen den Nervenzellen ab und stört die Kommunikation zwischen den Nervenzellen.
Tau-Protein ist ein Stoff, der im Gehirn mehrere Aufgaben erfüllt. Er sorgt dafür, dass die Nervenzellen mit Nährstoffen versorgt werden und ihre Form halten. Bei Menschen mit Demenz kommt das Tau-Protein in anderer Form vor. In dieser kann es seine Aufgabe nicht mehr erfüllen. Die Nervenzellen werden dann nicht mehr mit Nährstoffen versorgt, verlieren ihre Stabilität und sterben dadurch ab.
* vereinfachte Darstellung


Zusammengefasst bedeutet das:
Bei Demenz passieren also zwei Dinge im Gehirn, welche die Funktion der Nervenzellen einschränken. Zum einen werden die Nervenzellen durch die Veränderung an Tau-Proteinen instabil und weniger gut mit Nährstoffen versorgt, sodass sie geschädigt werden. Zum anderen können die Nervenzellen untereinander durch die Ablagerung von Amyloid-beta Proteinen schlechter kommunizieren. Beides sorgt dafür, dass der Bereich im Gehirn, in dem die Nervenzellen geschädigt oder gestört werden, seine Funktion nicht weiter ausüben kann. Es kommt dann zu den Anzeichen, die wir als Symptome von Demenz wahrnehmen.