Es gibt viele verschiedene Anzeichen für Demenz und sie treten bei jedem Menschen in unterschiedlicher Mischung auf. Man kann sagen: Demenz ist so individuell wie die Menschen, die mit Demenz leben. Bei 1,8 Millionen Menschen, die in Deutschland Demenz haben, entstehen ganz schön viele individuelle Zusammensetzungen.

Demenz sieht nie gleich aus.
Aber wie kann das sein?
Bei jedem Menschen sehen die Anzeichen von Demenz, auch Symptome genannt, anders aus. Manche vergessen Namen, andere vergessen Routinen und wieder andere vergessen am Anfang gar nichts, sondern haben beispielsweise Halluzinationen. Spätestens dann wird es schwieriger, Demenz zu erkennen, weil Trugwahrnehmungen nicht zu den bekanntesten Symptomen gehören.
Darüber hinaus haben Menschen mit Demenz nicht nur verschiedene Symptome, sondern auch unterschiedlich starke Symptome. Manche vergessen mehr, manche weniger. Die einen haben starke Stimmungsschwankungen, andere gar keine. So setzt sich für jeden Menschen mit Demenz ein individuelles Bild aus den auftretenden Symptomen und deren Ausprägung zusammen.
So kann Demenz aussehen
Vergesslichkeit
Reizbarkeit
Halluzination
Orientierungslosigkeit
Bewegungsprobleme
Konzentrationsprobleme
Verhaltensveränderungen
Ein Anzeichen macht noch keine Demenz.
Wichtig ist: Wenn eines der Symptome vorliegt, hat die Person nicht automatisch Demenz. Auch wenn ihr bei jemandem mehr als ein Anzeichen von Demenz seht, kann es sein, dass die Person keine Demenz hat. Jedes der Anzeichen kann altersbedingt auftreten oder von anderen Krankheiten hervorgerufen werden. Zum Beispiel können sich Menschen mit einer Gehirnerschütterung danach oft nicht an die nahe Vergangenheit erinnern, während sich Menschen mit Depressionen oft gesellschaftlich zurückziehen.
Daher gilt: Ein Verdacht ist noch keine Diagnose. Nur ein Arzt oder eine Ärztin kann sicher feststellen, ob jemand Demenz hat oder vielleicht etwas anderes hinter den neu aufgetretenen oder auch schon länger bestehenden Veränderungen steckt. In jedem Fall gilt: Länger anhaltende Veränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Ob Gehirnerschütterung, Depression oder Demenz, nur eine Diagnose kann helfen, die richtige Behandlung zu finden.
Fakt oder Vorurteil?

Wie wirkt sich Demenz auf Sprache aus?
Neben den klassischen Demenzsymptomen gibt es andere Anzeichen, die auf eine Demenz hinweisen. Dazu zählt auch die Sprache eines Menschen: Es gibt Personen, die mit mehreren Sprachen aufgewachsen sind oder in ihrer Heimat einen Dialekt sprechen. Bei ihnen kann es sein, dass sie dort mehr und mehr ihre Muttersprache oder ihren Dialekt nutzen, wo sie im Alltag sonst eine andere Sprache gesprochen haben.
Obwohl dieses Anzeichen sehr offensichtlich erscheint, wird es oft übersehen oder anders interpretiert. Wenn dies der Fall ist, wird sogar die Diagnose der Demenz oft verzögert gestellt oder bleibt gar ganz aus. Denn der Verlust der Landessprache führt bei Betroffenen auch dazu, dass sie sich schwieriger Hilfe holen können.
Es ist wichtig anzumerken, dass gerade Menschen mit Migrationshintergrund bei Arztbesuchen zusätzlich auf andere Hürden stoßen.
So kommt es leider vor, dass Menschen mit Migrationshintergrund bei Arztbesuchen Erfahrungen mit Diskriminierung machen. Die Angst vor ersten oder erneuten Diskriminierungserfahrungen kann zur Vermeidung von Untersuchungen führen. Hier kann es helfen, gemeinsam nach Hilfe zu suchen.