Ein Senioriger Mann mit Wanderstock und ein Junge spazieren gemeinsam mit einem Hund einen Waldweg entlang.
Formen von Demenz

Demenz und ihre Auslöser

Demenz ist ein Syndrom. Aber was heißt das eigentlich? Ein Syndrom ist eine Kombination aus verschiedenen Anzeichen, den Symptomen. Symptome sind einzelne Anzeichen oder Auffälligkeiten. Sie beschreiben das Auftreten von Merkmalen, die von der Norm abweichen. Du kannst dir Demenz also wie ein Puzzle vorstellen. Die Symptome sind die Puzzleteile und das Syndrom ist das fertige Bild.

Demenz ist also ein Sammelbegriff. Denn es gibt nicht nur eine Form von Demenz, es gibt viele. Wie das sein kann? Ein Symptom hat immer einen Auslöser. Dieser Auslöser kann ein Ereignis sein, aber auch eine Krankheit. Deine Kopfschmerzen können von einem Sturz kommen, sie können aber auch Zeichen einer Erkältung sein. Auch bei Demenz kann es verschiedene Auslöser geben. Oft sind diese Auslöser Erkrankungen, die das Gehirn schädigen. Die verschiedenen Demenzformen sind oft nach den Krankheiten benannt, die die Demenz auslösen.

Die Auslöser von Demenz sind verschiedene Krankheiten.

Die häufigsten Formen von Demenz

Insgesamt gibt es mehr als 50 verschiedene Formen von Demenz. Manche sehen sich ähnlich, andere weniger. Manche kommen häufiger vor, andere seltener. Manche treten früher auf, andere später. Was die häufigsten Formen von Demenz sind, wie die verschiedenen Formen aussehen und was sie auslöst, erfährst du hier.

Eine Grafik zeigt bunt voneinander abgesetzt die verschiedenen Bereiche des Gehirns.
Alzheimer-Demenz

Die am häufigsten vorkommende Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz. Mehr als die Hälfte aller Menschen mit Demenz haben eine Alzheimer-Demenz, nämlich ungefähr 60%.

Die Alzheimer-Demenz wird durch die gleichnamige Alzheimer-Krankheit ausgelöst. Im Gehirn von Menschen mit Alzheimer sterben die Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns ab.

Ohne diese wichtigen Nervenzellen kann das Gehirn nicht mehr richtig arbeiten. Durch den Verlust der Nervenzellen entstehen die für Alzheimer-Demenz typischen Verhaltensauffälligkeiten.

Hauptmerkmale

  • Eingeschränkte Denk- und Merkfähigkeit
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Verschlechterte Orientierung
Vaskuläre Demenz

Vaskulär heißt “die Blutgefäße betreffend”. Bei einer vaskulären Demenz werden die Demenzsymptome also auf Probleme mit den Blutgefäßen zurückgeführt. Blutgefäße können verengt, entzündet oder auch ganz verstopft sein. Die betroffenen Blutgefäße können dann das Blut nicht mehr zu den verschiedenen Organen leiten. 



Zu diesen Organen gehört auch das Gehirn. Wenn dort nicht genug Blut ankommt, dann können Nervenzellen geschädigt werden. Wie stark die Demenzsymptome sind, hängt davon ab, wie stark die Versorgung des Gehirns mit Blut eingeschränkt wird. 

Hauptmerkmale

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Verminderte Aufnahmefähigkeit
  • Probleme beim Sprechen
Lewy-Körperchen-Demenz

Die Lewy-Körperchen-Demenz wird auf ähnliche Weise wie die Alzheimer-Demenz von Ablagerungen im Gehirn verursacht. Auch hier wird dadurch die Verbindung und Kommunikation zwischen den Nervenzellen  gestört. Dies führt zu ähnlichen Symptomen.

Es gibt jedoch einen typischen Unterschied: Menschen mit Lewy-Körperchen-Demenz zeigen oft große Schwankungen in der Ausprägung der Symptome. An einem Tag sind Menschen mit Lewy-Körperchen-Demenz sehr aufmerksam und leistungsfähig, an anderen sind sie unaufmerksam und unkonzentriert. 

Hauptmerkmale

  • Schwankende Ausprägung der Symptome
  • Halluzinationen
  • Veränderte Bewegung

Weitere bekannte Formen von Demenz

Frontotemporale Demenz

Frontotemporal bedeutet sowas wie “den vorderen Teil des Gehirns betreffend”. Der Name beschreibt also, welcher Bereich des Gehirns bei Menschen mit frontotemporaler Demenz von den Veränderungen betroffen ist. Ähnlich wie bei einer Alzheimer-Erkrankung treten auch bei der frontotemporalen Demenz Ablagerungen zwischen den Nervenzellen auf. Diese Ablagerungen stören die Kommunikation zwischen den Zellen. Bei der frontotemporalen Demenz treten die Ablagerungen speziell im vorderen Teil des Gehirns auf und lösen dadurch sehr spezifische Symptome aus.

Hauptmerkmale

  • Verhaltensveränderungen
  • Unangemessenes Verhalten
Parkinson-Demenz

Eine Demenz kann auch eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten sein. Das ist zum Beispiel bei Menschen mit Parkinson häufig der Fall. Eigentlich haben Menschen mit Parkinson vor allem körperliche Symptome. Sie haben Schwierigkeiten beim Kontrollieren ihrer Bewegungen. Das führt dazu, dass Bewegungen entweder langsamer werden, gar nicht mehr möglich sind oder das typische Zittern auftritt. Menschen mit Parkinson können aber auch Symptome wie Wortfindungsstörungen oder Gedächtnisverlust haben.

Hauptmerkmale

  • Eingeschränkte Bewegungsabläufe
  • Zittern
Korsakow-Syndrom

Demenz wird auch nicht immer durch Ablagerungen im Gehirn ausgelöst. Ein Beispiel dafür ist das Korsakow-Syndrom, welches eine Störung der Merkfähigkeit zur Folge hat. Es wird häufig durch sehr langen, übermäßigen Alkoholkonsum oder schwere Kopfverletzungen ausgelöst. Menschen mit Korsakow-Syndrom haben vor allem Gedächtnisschwierigkeiten. Sie können sich entweder nur schwer an weit zurückliegende Dinge erinnern oder sich keine neuen Informationen merken.

Hauptmerkmale

  • Schwierigkeiten beim Merken neuer Informationen
  • Erinnerungsschwierigkeiten 
Chronisch traumatische Enzephalopathie

Eine weitere Form der Demenz, die nicht durch Ablagerungen im Gehirn ausgelöst wird, ist die chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE). Die CTE ist eine seltene Form der Demenz. Sie wird durch viele kleinere Kopfverletzungen ausgelöst. Diese Verletzungen entstehen z. B. durch Schläge gegen den Kopf. Für eine CTE müssen aber sehr viele dieser Verletzungen auftreten. Dies ist zum Beispiel manchmal bei professionellen Boxerinnen und Boxern der Fall. Im normalen Alltag kommt es nicht dazu. Eine CTE hat einen Abbau und damit auch den Verlust von Gehirnzellen zur Folge.

Hauptmerkmale

  • Erinnerungsschwierigkeiten
  • Starke Gefühlsausbrüche

Was du noch wissen solltest

Symptome verändern sich

Bei vielen Formen von Demenz werden die Symptome mit der Zeit stärker. Das kann heißen, dass ein Symptom stärker ausgeprägt ist. Ein Mensch mit Demenz wird zum Beispiel mit der Zeit vergesslicher. Es können aber auch mit der Zeit neue Symptome dazu kommen. Ein Mensch mit Demenz ist dann vielleicht nicht nur vergesslich, sondern auch leichter gereizt. Die Alzheimer-Demenz teilt man aufgrund der Veränderungen der Symptome sogar in verschiedene Stufen ein. Man unterscheidet dabei eine leichte, eine mittelschwere und eine schwere Demenz. Es ist immer unterschiedlich, wie langsam oder schnell ein Mensch die verschiedenen Stufen durchläuft. Das lässt sich nicht voraussagen.

Formen können sich ähneln

Die verschiedenen Demenzformen sind nicht immer einfach voneinander zu unterscheiden. Vielleicht hast du selbst schon beim Lesen gedacht, dass die Symptome ähnlich klingen. Das sind sie in vielen Fällen auch.

Manche Formen von Demenz haben jedoch Besonderheiten, die sie gut unterscheidbar machen. Das ist zum Beispiel bei der frontotemporalen Demenz der Fall. Hier weisen die typischen Verhaltensveränderungen auf die Form von Demenz hin.

Deswegen kann nur ein Arzt oder eine Ärztin sicher sagen, welche Demenzform vorliegt.

Andere Form - andere Behandlung

Wir sehen: Demenz ist nicht gleich Demenz. Trotzdem braucht jeder Mensch eine passende Behandlung seiner Beschwerden. Eine Behandlung muss immer individuell auf den Menschen und die vorliegende Demenz angepasst werden.

Um eine passende  Behandlung zu beginnen, braucht es aber zuerst eine Diagnose. Das bedeutet die Bestätigung eines Arztes oder einer Ärztin. Dabei müssen gleich zwei Dinge herausgefunden werden: Steckt hinter den Symptomen auch wirklich eine Demenz und welche Form von Demenz hat der betroffene Mensch?

So kann sichergestellt werden, dass der Mensch mit Demenz auch eine passende Behandlung bekommt.

Du kannst es dir in etwa so vorstellen: Wenn du Kopfschmerzen hast, dann kann das verschiedene Ursachen haben. Du hast vielleicht zu wenig getrunken, zu lange auf einen Bildschirm geschaut oder dir den Kopf gestoßen. Je nach Grund macht eine andere Behandlung Sinn: ein Glas Wasser, in die Ferne gucken, oder ein Kühlpack. So ist es auch mit der Behandlung von Demenzsymptomen: Je nach Ursache kommen andere Behandlungen in Frage.


Eine Seniorin und ein Kleinkind schauen gemeinsam aus dem Fenster. Die Seniorin lächelt nach Draußen.

Eine Diagnose ist nicht immer leicht, aber wichtig!

Du siehst: Die Symptome von Demenz sind alles andere als eindeutig. Sie sind gerade am Anfang sehr ähnlich zu einer ganz normalen Vergesslichkeit. Aufgrund der unspezifischen Symptome kann eine Demenz auch mit anderen Dingen verwechselt werden, einer Depression zum Beispiel. Eine Diagnose ist aber sehr wichtig, um früh eine Behandlung zu beginnen. Doch nicht nur das, sie ist auch wichtig, um die richtige Behandlung zu beginnen.

Noch mehr Wissen

Wie sieht eine Demenz aus?

Ganz verschieden! Deswegen findet du hier mehr zu den verschiedenen Anzeichen von Demenz.

Wie entsteht eine Demenz?

Egal, ob du eine kurze oder lange Antwort suchst, hier erfährst du bis ins Detail, was bei Demenz im Kopf passiert.

Wie bekomme ich einen Überblick?

Demenz ist ein großes Thema! Hier bekommst du einen groben Überblick über Demenz, sowie kurze Einblicke in verschiedene Bereiche.